Panorama-Luftaufnahme der Corrales von Rota bei Ebbe, mit Pinienwald und Ort im Hintergrund
Rota · Cádiz · Naturdenkmal

Das Naturdenkmal der Corrales

Was diese Schutzkategorie bedeutet, was sie schützt und warum sie selten ist: ein Ort, der zugleich Natur und Menschenwerk ist und nur weiterlebt, weil er von Hand gepflegt wird.

Die Schutzkategorie

Ein Denkmal, das lebt

Ein Naturdenkmal ist die Kategorie, mit der Andalusien Naturräume von besonderem Wert schützt. Es ist eine rechtliche Schutzkategorie, kein Ehrentitel.

Die Corrales von Rota wurden am 23. Oktober 2001 zum Naturdenkmal erklärt, als erste in Andalusien, und mit einer Besonderheit: Sie werden zugleich als Natur und als menschliches Erbe geschützt. Ein Denkmal ökokultureller Art.

Es ist kein Schutzgebiet, in dem der Mensch stört. Im Gegenteil: ein Steinbauwerk von über tausend Jahren, das bis in die römische Zeit zurückreicht und nur deshalb weiter besteht, weil es von Hand gepflegt wird, Tide für Tide. Das Denkmal umfasst die Gezeitenzone, die Mauern und die Seegraswiese, die in ihrem Schutz wächst.

Wie es funktioniert

Eine Steinmauer, die mit der Tide fischt

Der Corral ist eine niedrige Trockenmauer aus Stein, in einem Bogen über den Strand gelegt. Ohne Motoren und ohne Netze: Er arbeitet allein mit dem Wasser, das zweimal am Tag steigt und fällt.

Bei Flut bedeckt das Wasser die Steinmauer des Corrals, und die Fische ziehen darüber hinweg
1.Die Flut kommt

Das Wasser bedeckt die Mauer, und die Fische ziehen mit ihm über den Stein hinweg Richtung Ufer.

Bei ablaufendem Wasser liegt das Meer tiefer, und die Mauer hält das Wasser mit den Fischen darin
2.Die Ebbe setzt ein

Das Meer zieht sich zurück, doch die Mauer hält das Wasser. Die Fische bleiben im Corral gefangen.

Bei Ebbe sammeln die Corraleros den Fisch zu Fuß im Inneren des Corrals ein
3.Gefischt wird zu Fuß

Bei Ebbe geht man im Inneren des Corrals und sammelt den Fisch von Hand ein, auf Sand und Seegraswiese.

Artenvielfalt

Eine Kinderstube zwischen den Steinen

Kinderstube des Meeres

Geschützte Aufzucht

Die Tümpel und Nischen bieten Jungfischen, Krebs- und Weichtieren — Sepien, Kraken, Krabben, Garnelen — Schutz, bevor sie ins offene Meer ziehen.

Seegraswiese

Seegräser

Unter Wasser wächst eine Wiese aus Meerespflanzen, die Nahrung und Deckung bietet. Der Schutzbereich des Denkmals umfasst sie zusammen mit den Mauern.

Lebendiges Versteck

Küstenvögel

Bei Ebbe liegt der Corral frei und dient Watvögeln und Seevögeln als Nahrungsplatz und natürliches Versteck.

Geigenrochen über dem flachen Grund im Inneren eines Corrals von Rota
Ein Geigenrochen in einem Corral. Zu den Zielen des Vereins gehört der Schutz bedrohter Arten und der Jungtiere, die bei Ebbe im Inneren bleiben.
Luftaufnahme der Corrales von Rota, die sich durch die Gezeitenzone ziehen
Landschaft

Die Zeichnung der Mauern ist nur bei Ebbe zu sehen: eine Landschaft, die sich alle sechs Stunden ändert.

Trockenmauer eines Corrals, von Hand gepflegt
Erhaltung

Ohne Hände kein Denkmal

Anders als andere Schutzgebiete braucht dieses ständige Instandhaltung.

Das Meer wirft die Steine um, und die Corraleros setzen sie von Hand wieder auf, ohne Mörtel, entfernen die Algen und behalten die Umgebung im Blick. Nur so bleibt ein Steindenkmal stehen und in Gebrauch.

Deshalb fließen 100 % der Einnahmen aus den Führungen zurück in Erhaltung, Wiederaufbau und Pflege des Denkmals.

Die Corrales besuchen
Der Plan

Am besten versteht man das Denkmal, wenn man hineingeht

Man geht bei Ebbe im Inneren der Mauer, geführt von den Corraleros. Die Buchung übernimmt das Tourismusbüro von Rota.